Wenn ich mich für ein Teil entscheiden müsste, dass ich an Technik behalten darf in meinem Leben, irgendetwas, ohne das ich wirklich nicht leben kann – ich würde immer mein Notebook nehmen. Auch wenn ich nach so vielen Jahren immer noch nicht raushabe, ob es Notebook oder Laptop heißt, oder man beides benutzen kann – Notebook sieht ja schon allein vom Wort her schöner aus -, unerlässlich ist das gute Stück für mich in jedem Fall. Meine persönliche, lebenerhaltene Maschine im wahrsten Sinne des Wortes.

Dabei bin ich gemessen an der Zahl meiner Lebensjahre eigentlich den kürzesten Teil der Zeit Notebookmädchen.

Das erste mobile Wunderwerk, das ich mein eigen nennen durfte, war ein Evo Compaq 610c. Wie und woher er in meinen Besitz gelangte, weiß ich schon nicht mehr, und wahrscheinlich war es mir auch egal – “Evo” und ich, wir waren ein unzertrennliches Traumpaar. Er begleitete mit bei meinem ersten Versuch, eine eigene Wohnung zu unterhalten – gegen Ende 2008 – und an ihm verbrachte ich zahllose Stunden mit meinem bis dato ersten eigenen Internetzugang.

Leider war ich zu Beginn 2009 nicht nur gezwungen, wieder zu Hause einzuziehen und damit meine Freiheit selbstbestimmten Netzkonsums aufzugeben – ich schaffte es auch, bei dem Versuch, “Evo” mit einem Passwort auszustatten, das beim Booten eingegeben werden musste, effektiv das BIOS zu sperren und meinen technischen Liebling damit auf ewig unbrauchbar zu machen. (Bitte Herzbruchgeräusch hier einfügen.)

Aber Rettung nahte: Im Juni 2009, lernte ich “Toshi” kennen. Dieser war bereits 2007 nach Jahren treuer Verwendung durch Hendryk eingemottet worden, weil er trotz aller Versuche schüchtern blieb und kein Bild mehr anzeigen wollte. Eine fluchse Untersuchung technikversierter Menschen in der Werkstatt meiner Mutter ergab: das Display ist hinüber, aber der Laptop noch zu retten. Was dann auch getan wurde. Der Toshiba Satellite L20, liebevoll “Toshi” oder “Hobbitbook” gerufen, erlebte mit neuem Bildschirm eine Wiedergeburt und ging in meine glücklichen, treusorgenden Hände über.

Bis heute leistet er mir treue Dienste. Obwohl er mindestens schon 8 Jahre auf dem Buckel hat, läuft er immer noch einwandfrei und erträgt demütig alles, was ich an ihm und auf seinen 2x 20 GB Festplatten fabriziere, wobei sein 1,5 GHz-Prozessor und seine 896 MB Arbeitsspeicher gerne schon mal ordentlich ins Schwitzen kommen. Auch die vielen Jahre Windows XP SP2 hat er mir nicht übel genommen, und das einzige, was mich daran erinnert, dass er ordentlich alter Herr ist, ist sein asthmatisches Schnaufen dank alterschwachem Lüfter, und seine daraus resultierende Durchschnitts-Betriebstemperatur von 70 bis 80° C.

Es ist also an der Zeit, ihn in Rente zu schicken und einen jüngeren Kollegen die harte Arbeit machen zu lassen. Und weil es ja eine nette Tradition ist, wird auch meine nächste lebenserhaltende Maschine ein Erbstück von Hendryk sein.
2012 zieht das “Acerchen” bei mir ein, ein Acer Aspire 7520, mit einem Tacken mehr Prozessorleistung, wesentlich mehr internem Speicher und seit beinahe Anbeginn mit der “Kraft der zwei Herzen”, aka Windows 7 und Ubuntu, ausgestattet.

Auch im Hause Pillenknick gibt es technischen Zuwachs – “Espresso” ist frisch in der Familie angekommen und wurde angemessen mit einem Willkommens-Blogpost begrüßt, während das “Acerchen” – mit dem dann dieses Jahr auch W-LAN Einzug in die Hobbithöhle erhalten soll – offiziell, von mir adoptiert wird.

In diesem Sinne: hoch die Kaffeetassen.

Toshi in Person | © Ninette Halbbluthobbit | by-cc-nc