Wer meinen Blog schon länger verfolgt, kennt auch noch die Herner Autoren.

In der aktuellen Besetzung – bestehend aus Frau Humbug, Dogma Pillenknick, und meiner Wenigkeit – versuchen wir seit 2005 sowas wie Bücher zu schreiben. Bislang erfolgreich war damit nur Frau Humbug, aber wir geben nicht auf.

Nachdem die Herner Autoren aus verschiedensten Gründen, von denen keiner das Internet was angeht, leicht auseinanderdrifteten, haben sie sich um Weihnachten 2011 herum nochmal zu einem guten, alten Kaffee (in meinem Fall war es eine heiße Schokolade, aber das funktioniert ebenfalls tadellos) zusammengesetzt und beschlossen: nächstes Jahr wird alles anders!

2012 wollen wir versuchen, jede Woche zu einem festgelegten Begriff etwas zu schreiben. Egal, was: Kurzgeschichten, Haikus, Anekdoten, oder etwas anderes, kreatives. Ein Projekt52 der schriftstellerischen Fingerübungen, sozusagen.

Ob ich alle Texte, die ich dazu verfassen werde, hier veröffentliche, weiß ich noch nicht. Auch wird vielleicht der ein oder andere nur mit Passwort zugänglich sein. Aber indem ich über das Projekt blogge, steigt der “Druck”, wirklich etwas dafür zu tun, und der Schreibblockade und Uninspiriertheit nicht die Führung zu überlassen – denn das tue ich schon sehr lange.

Die Begriffe sind einem der Autoren-typischen Brainstormings entsprungen (“sag mal das erste Wort, das dir einfällt!”), völlig frei interpretierbar und somit noch viel lustiger zu bearbeiten als ohnehin schon.

Woche1 ist ein klasse Beispiel: Käsekuchen!


Da sitzen Mutter, Stiefvater und ich beim Stiefbruder und haben Kuchen mitgebracht.

Kuchen ist bekanntlich immer gut, ebenso gut ist auch der Kaffee, den der Stiefbruder gekocht hatte, und als wir dann das Papier von der Verpackung ziehen, – Kuchenessen hat für jene, die ihn nicht gekauft haben, ja etwas wundertütenähnliches – lächelt er uns an. Käsekuchen. Viel Käsekuchen. Um zu sein: ausschließlich Käsekuchen, denn: der Stiefvater, der zum Kuchenkauf abkommandiert worden war, sah sich in der Bäckerei einer etwas beschränkten Auswahl an süßem Gebäck gegenüber (laut seiner Aussage. Wir vermuten, es war das einzige, was er spontan erkannte und als lecker definieren konnte.). Ergo hatten wir die Wahl zwischen drei verschiedenen Sorten Käsekuchen – original, Käse mit Kirschen, und Käse mit Mandarinen. Für den Rest des Jahres, muss ich sagen – oder erstmal für den Rest des Monats -, sind wir alle erst einmal ausgiebig mit Käsekuchen versorgt; für seinen Geburtstag im März wird mein Stiefvater voraussichtlich von der Aufgabe des Kuchenkaufs entbunden werden. 

Vielleicht haben wir bis dahin auch genug davon, ihn damit aufzuziehen. 

(“Was möchtest du du denn? Du hast die Wahl zwischen Käsekuchen, Käsekuchen, und Käsekuchen. Den Käsekuchen nicht zu vergessen. Es sei denn, du möchtest lieber… Käsekuchen?”)

Woche 1 – Käsekuchen bei Dogma.