Ich bin Feministin.

Diesen Satz stelle ich als leitgebend vor diesen ganzen Text.

Ich bin Feministin. Das ist nicht schwer. Viele von uns sind das, auch ohne es zu benennen. Jede von uns, die es aufregt, dass Frauen trotz gleichwertiger Qualifikationen 23% weniger verdienen, jede, die es unmöglich findet, dass sich auf der Straße immer noch Männer bemüßigt fühlen, uns einfach anzusprechen/anzufassen (wir uns auch noch darüber glücklich schätzen sollen!), ist Feministin.

Für mich sind das alles Frauen, bei denen der gesunde Menschenverstand funktioniert und denen klar ist, dass ihr Geschlecht nichts und niemanden berechtigt sie zu benachteiligen, zu belästigen oder zu bedrohen.

Was anscheinend viele Männer falsch verstehen ist, dass wir nicht das geringste Interesse daran haben, sie in ihren Rechten zu beschneiden und ihnen ihre “Männlichkeit” zu nehmen. Gott sei Dank gibt es inzwischen auch einen recht hohen Prozentsatz von Männern, die es nicht mehr nötig haben, sich darüber zu profilieren, was konservativerweise als “männlich” definiert wird und die Arbeit von Frauen unterstützen, weil sie erkannt haben, dass Gerechtigkeit kein Geschlecht kennt.

Warum schreib ich das?
Mir war einfach danach. Ich wollte das mal in die Welt hinausposaunen, dass ich ziemlich stolz darauf bin, dass meine Mutter mich so erzogen hat, unabhängig und selbstständig zu sein und mich nicht hinter meinen Brüsten zu verstecken, weil ich etwas nicht kann. Sie hat mir beigebracht, keine Frage ungestellt zu lassen und mich zu verteidigen. Und heute stoße ich von Tag zu Tag auf immer mehr Frauen, vorwährend in der Internetsphäre, die genauso denken und bei denen ich das Gefühl habe, dass sie die Welt nachhaltig positiv verändern können. Seit ich mich auf vielen verschiedenen Websites bewege, bestätigt sich immer mehr dieser Aspekt in meiner Biographie, frei nach dem Motto:

Ich bin 19 Jahre alt, ich lese gerne, liebe Rockmusik und bin Feministin.
Deswegen trage ich trotzdem Higheels, schminke mich, fühle mich weiblich.
Deswegen kann ich trotzdem meinen WLAN-Router selber konfigurieren, Matheaufgaben lösen und einen Reifen wechseln (wenn ich müsste).

Eine total alltägliche Sache.

Ich will einfach nicht mehr, dass der Begriff des Feminismus sofort die Assoziation zu Frauen auslöst, die nicht auf sich achten, Männer hassen, quasi vollends biologisch abbaubar (kennt ihr diese Müslimamas…?) und immer lesbisch sind.

Eine kleine Linkliste zum Thema:
Mädchenmannschaft
Medienelite
Mädchenblog

Nele Tabler

Auf der Mädchenmannschaft finden sich immer zahlreiche Links und Infos, gehört eigentlich inzwischen zu meiner täglichen Lektüre.