KW08 | Waffeln

W a f f e l n  sind Waffen, denen man Liebe gegeben hat.

Waffelherzen | Nina Klein via Flickr | cc-by

Das Projekt 52 hat etwas gelitten, zugegebenermaßen.
Jetzt hoffentlich wieder regelmäßiger.

Was bisher geschah:
KW01 | Käsekuchen
KW02 | abseits
KW03 | dunkelblaufastschwarz
KW04 | zweitens
KW05 | -
KW06 | -
KW07 | Neid

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Haarparade.

Stöckchen. Keine Ahnung, wie lange es her ist, dass hier ein Stöckchen unterkam, ich war zu sehr damit beschäftigt, mein Blog seriös ausehen zu lassen. Aber Romy hat Recht – was Entspanntes zu bloggen ist auch nett. Außerdem ist es ein Stöckchen über Haare, da bin ich ganz vorne mit dabei.

1. Hast du lange, kurze oder mittellange Haare?
Sie sind hüftlang. Also ziemlich lang.

2. Welches Shampoo benutzt du?
Seit vor kurzem mein Heiliger Graal Der Wäsche, das Alverde-Shampoo für rote Haare, aus dem Sortiment ging, musste ich wechseln. Ein kurzer Ausflug in die Welt der konventionellen Shampoos (Balea Blonde Shampoo) war eine Katastrophe, meine Haare waren etwa 5 Tage sauer auf mich. Dann kam das Alverde-Shampoo für blonde Haare und seitdem verstehen wir uns wieder prima.

3. Welche Spülung benutzt du?
Hier steht noch die Alverde-Spülung für rote Haare herum. Ich brauch sie mühsam auf. Zwar liebe ich ihre Konsistenz und ihren Duft (wie Hennapampe, und riecht wie eine Heuwiese, sehr ökologisch), aber viel zu nützen scheint sie nicht. Aber ich verwende die Hibiskus/Aloe Vera-Kur von Alverde nach Gefühl wie eine Spülung, und bin davon sehr angetan.

4. Benutzt du sonstiges (Spray, Glättungsspray)?
Für die wenigen Male, die ich meine Haare föhne, habe ich Föhnlotion von Balea. Glätten oder Locken machen passiert gefühlt 5 mal im Jahr, und dafür hat sich das Hitzeschutzspray von Balea bewährt.

5. Hast du von Natur aus lockige, oder glatte Haare?
So semi-wellig. Mein Ansatz ist schnurgrade, ebenso der Pony. Ab Nackenlänge habe ich gleichmäßige Wellen; wenn meine Haare ganz fancy drauf sind, locken sie sich sogar ein bisschen.

6. Glättest du deine Haare, wenn ja wie oft?
Wie gesagt, äußert selten. Zu aufwändig, zuviel Schaden in den Spitzen, und ich bin froh, wenn sie etwas Bewegung haben und nicht schnurgrade an mir herabhängen.

7. Gelst du deine Haare?
Nein. Haarspray ist das höchste der Gefühle, wenn sie wirklich enorm störrisch sind.

8. Was hältst du von Silikonen in Shampoos?
Magi sagte mal irgendwo sinngemäß: “Ich möchte nicht, dass wegen mir irgendwo ein Eichörnchen in einen Fluss hüpft und mit einem Ganzkörperkondom wieder rauskommt”. Klingt witzig, ist aber was Wahres dran. Weder sind Silikone besonders umweltfreundlich, noch gut für die Haare. Sie legen eine glänzende Schicht um das Haar, was auf den ersten Blick für ein kräftiges, gesundes Aussehen sorgt; die Haare darunter sind aber oft kaputt, auch, weil durch die Silikonwand keine Nähr- und Pflegestoffe von außern mehr aufgenommen werden können. Wenn man dann auf eine silikonfreie Pflege umsteigt, gibt’s oft böse Überraschungen (selber erlebt).
Alle meine Haaprodukte sind frei von Silikonen; das ist beim Kauf nicht meine erste Priorität (die liegt eher bei der Sicherheit, dass keine Tierversuche dafür stattgefunden haben), aber eine gute Zusatzoption.  Meine Haare sind jetzt auf silikonfreies NK-Shampoo eingestellt und reagieren sehr zickig, wenn ich ihnen wieder mit dem chemischen Kram zu nahe trete.

9. Wie oft wäscht du deine Haare?
Etwa alle drei bis vier Tage. Wenn ich nirgendwo hin oder nur Mal zum Rewe um die Ecke muss, können es auch fünf werden. Nichts ist besser für die Haare als Autopflege aka Durchfetten lassen, und nichts schadet ihnen mehr, als zu häufiges Waschen.

10. Hast du splissiges Haar?
Bei meiner Länge sind die unteren 15 Zentimeter natürlich meist nicht mehr so frisch und jung wie der Rest der Haare, aber ich habe tatsächlich relativ wenig Spliss. Alle paar Monate nehme schneide ich meine Spitzen nach, kürze die ärgsten Stellen und das funktioniert in der Kombination mit Pflege und Vorsichtsmaßnahmen recht gut.

11. Färbst du deine Haare, bzw. ist das deine Naturhaarfarbe?
Die letzte Färbung bzw. Tönung war im März 2010 (Gott, schon so lange her?!). Ich habe eine sehr abwechslungsreiche Färbe- und Tönungsgeschichte (schwarz zu rot zu braun zu rot und so weiter). Aktuell sind meine Haare bis etwa auf Ohrlänge in ihrer natürlichen straßenköterblonden Schönheit (….) nachgewachsen, die Längen sind heller und rotstichiger, aber auch am wenigsten farbverändert, seit ich etwa 13 bin.

12. Färben – Beim Friseur, oder Selbst zu Hause?
Stets selbst gemacht, mit Mutterns Hilfe.

13. Magst du deine Frisur?
(Kann man das Frisur nennen, wenn die Längen bis zu Hüfte gehen, ein paar Strähnen vom Stufenschnitt in 2007 noch auf Ellbogenlänge hängen, und der Pony etwa Boblänge hat?) Ach, naja. Sie ist okay. Der Plan ist, den Pony wieder kürzer und in Form zu schneiden, und mich endlich wieder unter die Rotschöpfe zu begeben. We’ll see.

Anfang Februar 2012, noch nicht ganz trocken nach dem Waschen.
Die unsäglichen Spitzen sind inzwischen ab und die Kante etwas schöner.
Aber das Bild kommt dem Mähnenstatus aktuell am nächsten.

Es fühle sich getaggt, wer möchte.

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Falling’s not the problem, when I’m falling I’m at peace.

I’ve fallen out of favor and I’ve fallen from grace
Fallen out of trees and I’ve fallen on my face
Fallen out of taxis, out of windows too
Fell in your opinion when I fell in love with you

Sometimes I wish for falling, wish for the release
Wish for falling through the air to give me some relief
Because falling’s not the problem, when I’m falling I’m at peace
It’s only when I hit the ground it causes all the grief

(Anhören.  Sofort.)

Neuste Übung für den Alltag: loszulassen.
Dinge nicht mehr panisch bewahren zu wollen, festzuhalten, und die Angst, dass alles schrecklich wird, wenn das jetzt geht und anders wird, in etwas Produktives verwandeln. Durch Zufall rausgefunden: das tut gar nicht weh.
Es kostet viel mehr Kraft, alles andere aufrecht zu erhalten.
Manches umklammere ich so panisch, es entflieht mir.
Und anderes ist geblieben, obwohl meine Aufmerksamkeit sich abgewandt hat, nicht immer dort war. Das ist es mit diesen Freundschaften, oder? Dass man sich noch gut findet, auch wenn zwischen den Telefonaten Wochen lagen.
Nicht vergessen zu werden, auch wenn man selbst manchmal vergisst, sich und den Rest der Welt.

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Geschützt: Was in ein paar Jahren ist.

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Futtercontent: Linsensuppe.

Als Kind waren Eintöpfe ein wesentlicher Bestandteil meiner Nahrungsversorgung. Das lag unter anderem daran, dass sich Eintöpfe gut vorkochen und am nächsten Tag aufwärmen ließen, sodass ich nach der Schule in den Genuss einer warmen Mahlzeit kam, obwohl meine Mutter berufstätig und mein Vater weitestgehend desinteressiert war.

Eintöpfe also, unter anderem auch die gute alte Linsensuppe.
Die wollte ich selber machen. So aus Nostalgie- und Leckergründen. Ich mag liebe vergöttere nämlich Suppen aller Art. Bei Chefkoch.de fand ich dieses Rezept und habe es vegetarisch abgewandelt.

Mit folgenden Mengen bekomme ich in der Regel ein Abendessen (etwa 3 Teller) und eine Portion zum Aufwärmen für den folgenden Tag zusammen:

- 1 Stange Lauch
- 4 bis 5 mittelgroße Möhren
- wahlweise Zwiebeln zum Anbraten
- wahlweise 2,3 mittelgroße Kartoffeln (es schmeckt auf beide Arten sehr gut)
- 1 Dose Linsen mit Suppengrün
- Gemüsebrühe
- 500 ml Wasser
- Salz, Pfeffer, Muskat, Tomatenmark

Generell kann man am Grundrezept etwas herumschrauben, zum Beispiel Zwiebeln und Kartoffeln weglassen oder nur eines von beidem hinzufügen. Zu Beginn habe ich sie nur mit Lauch, Möhren und Linsen gemacht; dann war mein Lieblingshendryk zum Abendessen hier und um die Menge zu strecken, habe ich Kartoffeln dazu gegeben. War auch lecker.

In jedem Fall – das Gemüse kleinschnippeln, die Möhren und den Lauch in Scheiben, der Rest in Würfel. Nach Geschmack natürlich zuvor Zwiebeln in Öl oder Margarine anbraten. Ich gebe Möhren und Lauch (wahlweise ebenfalls Kartoffeln) in den halben Liter Wasser, lasse den Spaß aufkochen und füge die Gemüsebrühe hinzu. Den Sud etwa 20 Minuten bei geschlossenem Deckel auf mittlerer Hitze köcheln lassen, bis das Gemüse gar ist. Dann kommen die Linsen mit Flüssigkeit dazu (im Rezept wird diese vorher abgegossen; für den Geschmack finde ich es besser, als die Konsistenz mit noch mehr Wasser anzupassen.)

Abschließend Salz, Pfeffer und Muskat hinzugeben, Tomatenmark unterrühren und abschmecken. Ich dicke den Sud meist noch ein bisschen mit dunklem Soßenbinder an und lasse die Linsen noch 5 Minuten mit durchziehen.
Fleischfans schneiden am Besten noch Mettenden hinein.

Neuerdings gibt es auch Fotos meiner Kreationen:

Linsensuppe self-made | Ninette Halbbluthobbit on flickr | cc-by-nc-sa

Aufgrund der Rezeptabwandlung würde ich sie schon als self-made kategorisieren; außerdem ist sie vegan, sofern man zum Anbraten der Zwiebeln keine Butter nimmt.

Bei besagtem Abendessen mit Hendryk entstand übrigens folgender Dialog:

H: “Ahh…hineinsetzen und mitköcheln.”
N: “Ne, du, lass mal. Das gibt so einen komischen Eigengeschmack.”
H: “Aber Fett ist doch ein Geschmacksträger.”
N: “.. hast du mich grade fett genannt?”

Ich werte das als Kompliment zu meinen Kochkünsten.

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Obligatorischer Protest – ACTA gehört ad acta.

Liebes Europaparlament,

in wenigen Monaten seid ihr dafür zuständig, wie es mit dem Anti-Counterfeiting Trade Agreement, kurz ACTA genannt, weitergehen sollen.

Seit etwa einem Jahr finden hinter verschlossenen Türen Verhandlungen dazu statt. Beinahe alle Staaten der europäischen Union und auch viele nichteuropäische Staaten haben den Vertrag bereits unterzeichnet.
Das ist insofern spannend, dass erst seit einigen Wochen wirklich durchsickert, was ACTA ist, was seine Ziele sind und welche Auswirkungen seine endgültige Verabschiedung hätte. Das Resultat ist ein Aufschrei, der inbesondere durch das Internet geht, und das zu Recht. Im Sekundentakt schießen Petitionen aus dem Boden, Informationen werden im Schneeballsystem verbreitet, um noch alle Chancen auszunutzen, die uns freistehen, ACTA zu stoppen.

Das Anti-Counterfeiting Trade Agreement – was ist das, und was macht es: die Digitale Gesellschaft hat dazu einen informativen Flyer zusammengestellt.

ACTA bedeutet das Ende des freien Internets.
ACTA befähigt Internetprovider, seine Kunden auszuspionieren, und nicht nur das, es verpflichtet sie sogar dazu, denn jeder Internetprovider, der nicht zuverlässig nachhält, ob und welche Urheberrechtsverletzungen seine Kunden eventuell begehen, macht sich strafbar. Dadurch bekommt er die Rechte eines Staatsorgans und auch die gleiche Sanktionsgewalt.

Aber nicht nur das: ACTA ist der Todesstoß für jegliche Form von Nutzung urheberrechtlich geschützten Materials im Internet, und darüber hinaus. Das geistige Eigentum wird zum Maß aller Dinge, und der Auftrag, es zu schützen, kriminialisiert wahrscheinlich 90% aller alltäglichen Nutzer von Internetmedien und Medien im allgemeinen jeder Art.

Dieses Video hat die direkten Auswirken auf den Lebensalltag mit ACTA im Internet sehr gut zusammengefasst (wenn auch der Tonfall bisweilen polemisch ist) :

ACTA wurde auf, gut Deutsch im stillen Kämmerlein erstellt, und ist trotzdem so schwamming formuliert, dass die Interpretation ganz im Ermessen desjenigen liegt, der situationsbedingt den größten Vorteil daraus zieht.
Das ACTA-Kommitee, dass für die rechtschaffende Umsetzung der im Vertrag festegelegenen Ziele zuständig sein soll, ist weder ein gewähltes Gremium, noch sind seine Recht und Pflichten irgendwo verbrieft. Dieser Umstand macht Willkür salonfähig.

Im Wesentlichen greift ACTA einen aktuellen Streitpunkt des Internets – das Urheberrecht und die Missachtungskultur des selben – auf, um völlig andere Ziele durchzusetzen. Das ist meines Erachtens der Grund, warum es bisher von so vielen Staaten so offenkundig widerstandlos angenommen wurde – die Details werden unter Verschluss gehalten und das Konzept als internationales Pendant zu SOPA und PIPA verkauft – ein Versuch, der Datenpiratierie im Internet einen Riegel vorzuschieben.

ACTA macht aus dem Internet einen Denunziantenstaat, und aus der Medienlandschaft ein survival of the fittest.
Es ist ein Vertrag, der unterm Strich mehr kosten wird, als die Initiatoren jemals an Gewinn machen könnten. ACTA nimmt in Kauf, dass Menschen in Ländern, deren rechtliche, wirtschaftliche und soziale Lage wesentlich schlechter ist, als die der Industrienationen, Repressionen für Leib und Leben, das Ende ihrer Meinungsfreiheit fürchten müssen, ehe das Recht auf Meinungsfreiheit dort auch nur verfassungsgemäß verbrieft werden konnte.

Ich bin keine große Bloggerin. Dass im Januar über 2000 Leute auf dieser Seite waren, ehrt und freut mich ungemein. Ich habe nicht viel zu sagen. Und gleichzeitig habe ich es doch. Ich bin eine Internetnutzerin. Eine der vielen, kleinen Stimmen, eine der vielen kleinen Unterschriften bei einer Petition, dies ist einer der zahllosen Blogposts über ACTA und ich bin genauso wütend und entschlossen wie alle anderen, mit denen ich dieses Kleinsein teile.

Ich will ein freies Internet. Ich weigere mich, anzuerkennen, dass ein Vertrag, der von Lobbyisten geschaffen wurde, um die Interessen einer bestimmten Personengruppe zu vertreten, deren einziges Ziel der größtmögliche Profit für die eigenen Belange zu sein scheint. Ich bin nicht bereit, meine Freiheit und mein kreatives Schaffen zu opfern. Ich weigere mich, in einem Land zu leben, in denen marktwirtschaftlichen Monopolstellungen ein größerer Freiraum zugestanden wird als der Privatsphäre von Verbrauchern.

In logischer Konsequenz ist mein Blogeintrag auch nur unzureichend distanziert und kein informatives Glanzstück, kein kommentarfreier Informationsbeitrag. Daher ein paar weiterführende Links:

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“Dann bleibt der Bus halt stehen!”

Es passieren gelegentlich derart schräge Dinge im realen Leben, vor denen sogar mein Hirn vor Neid erblasst. Wie zum Beispiel der Busfahrer zu Beginn der Woche, der sich einfach weigerte , weiterzufahren, weil er seinen Willen nicht bekam.

Nachmittags gegen 14 Uhr im großen Nachbarort mit Doppel-D. Der Bus ist verhältnismäßig voll, als ich einsteige, die Menschen knubbeln sich am Eingang, dann rückt es etwas auf, und ich schaffe es nach nur zwei Stationen, einen Sitzplatz  in einer Vierergruppe zu ergattern. So weit, so angenehm.

Nach ein paar weiteren Haltestellen – der Bus ist in etwa nur noch halb so voll, wie es zu Beginn aussah – steht der Busfahrer auf; er ist ein Mann Ende 40, ein schnodderiger Typ, diese Art Busfahrer, die nicht grüßt, kein Bitte und Danke kennt und scheinbar jeden Fahrgast persönlich für den Bescheidenheitsgrad ihres Lebens verantwortlich macht. Er steht auf, halb aus seiner Fahrerkabine gebeugt und schnoddert wie ein Vater, de seiner Brut jetzt mal zur Ordnung rufen muss , “So, und jezz alle mal aufrücken.”

Ein bisschen mürrisch fangen die Leute an, weiter nach hinten durchzugehen, weiter, noch weiter, es wird sichtbar aufgeräumter im Bus, bis schließlich die komplette vordere Hälfte an Stehplätzen wieder frei ist. Lediglich eine junge Frau steht noch an der Stange neben der Tür, alles wartet, dass es weitergeht.

“Ja, Sie da, auch weiter.”
Die junge Frau registriert, dass sie gemeint ist, und setzt zu einem freundlichen Erklärungsversuch an, “ich steig an der nächsten Halstestelle sowieso-
“Ne, Sie gehen jetzt weiter, Sie behindern die Fahrgäste.” Schnodder.
Die junge Frau wird etwas ungehaltener.
“Wo behindere ich denn hier die Fahrgäste? Ich steige doch eh gleich-”, aber nein, das ist nicht relevant, sie soll weiter nach hinten gehen, das sagt Vattern und was Vattern sagt, wird einfach gemacht.

“Gehn Sie jetzt weiter.”
“Nein, warum?”
“Sie behindern die Fahrgäste.”
“Ich steige gleich aus und ich behindere niemanden!”
“Sie gehen jetzt weiter, sag ich.”
“Entschuldigung,  was soll das?!”
“Gehn Sie jetzt durch, hab ich gesagt!”
“Nein!”

Ihr Akzent, das rollende R, wird stärker, je mehr sie sich erregt, Busfahrerpapa wird immer schnodderiger. Die anderen Fahrgäste murren schon, sie wollen weiter und signalisieren wortlos, dass er jetzt doch bitte nicht so einen Aufstand machen soll.

“Dann bleibt der Bus halt stehen. Dann müssen Sie alle warten.”
Die junge Frau mit dem rollenden R guckt ihn belustigt an.
“Sind Sie bescheuert?”
“Ja, gehn Sie weiter, sonst warte ich hier, dann fährt der Bus halt nicht.”
Busfahrerpapa hat inzwischen ein krebsrotes Gesicht und eine sehr laute Stimme.

Ein weiterer Fahrgast, ein älterer Herr, schaltet sich glucksend ein.
“Dann werden Sie mit der Polizei abgeholt.”
Die junge Frau hat Humor.
“Soll er machen, ich bleibe hier stehen.”
“Dann sind Sie wahrscheinlich sogar schneller da.”

Busfahrer-Papa steht immer noch wie ein verzweifeltes Rumpelstilzchen halb aus seiner Fahrerkabine gedreht. Ich möchte wissen, ob er sich auch am Schnurrbart zieht, wenn man ihn zu sehr provoziert, und drehe mich zu der standhaften Türblockiererin.

“Falls es Sie beruhigt, ich fühle mich keineswegs von Ihnen behindert.”
Sie grinst.

“Ich entschuldige mich vielmals, dass ich Sie alle hier so sehr behindere. Es tut mir leid.”

Rumpelstilzchen-Busfahrer-Papa setzt sich abrupt in seine Kabine zurück und macht etwas, das wir nicht sehen können. Währenddessen steigen immer mehr genervte Fahrgäste aus, die zu Fuß wahrscheinlich schneller ans Ziel kommen, als wenn sie warten bis Busfahrerpapas Zornesausbruch sich gelegt hat. Im Laufe der Szenerie verlassen etwa zehn zahlende Gäste den Bus.

Auch wir, die Überbleibsel, sind genervt, aber auch amüsiert, denn anscheinend hatte Busfahrerpapa-Rumpelstilzchen gehofft, wir würden die junge Dame mit dem eisernen Griff bitten, doch einfach um des lieben Friedens willen weiterzugehen. Stattdessen ist ihr die spontane Gruppensolidarität sicher.

Es dauert etwa zwei Minuten, bis Busfahrerpapas Widerstand bricht. Mit einem nicht zu verachtenden Maß an Trotz wirft er den Motor an, schließt die Türen und macht sich auf den unvermeidlichen Weg zu nächsten Haltestelle. Es fehlt wahrscheinlich nicht viel, bis alle im Bus laut auflachen, und als die junge Frau dann an der nächsten Haltestelle aussteigt, hat sie zwar zwei Minuten verloren, aber einen Kampf gewonnen.

Bis ich ebenfalls aussteigen muss, verläuft die Rest der Fahrt unter den weiteren Zeugen stumm und vergnüglich.

via *istische Kackscheiße

(Dieses “verbesserte” Werbeplakat hing übrigens an jenem S-Bahnhof, an dem ich umsteigen musste! Gefunden bei *istische Kackscheiße.)

 

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Advice for you girls.

via.

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Twitter-Lieblinge im Januar.

Nachdem WordPress im Dezember Schluckauf hatte, wenn es um das Einbinden von Tweets ging, und sich damit eine eventuelle Veröffentlichung der Dezember-Lieblinge unorthodox verschob – schnelllebiges Internet! – hier jetzt die schönsten Sternchen meiner Timeline im Januar.

Im Besonderen – Karamellbuttercontent:

Twitter-Timeline #82, das war ein schönes Meme:

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KW 04 | zweitens

Zweitens ist eigentlich klar, wie es funktioniert.

Mein Kopf kann zweitens immer prima – zweitens würde ich dann das tun, dies sagen, und generell wird mein Leben unheimlich großartig, wenn der erste Schritt funktioniert hat. Manchmal verheddere ich mich so im Zweitens, dass ich vollends vergesse, dass ein Erstens erstmal abgesegnet sein muss, und wie das so ist, oft scheitert es schon daran und dann stehe ich da, und wiege das Zweitens und was davon übrig ist, bedauernd in der Hand.

Zweitens ist immer das, wonach man schaut, was einen erwartet, das ganze Dasein ist zweitens. Der Duden nennt es träumen, vorstellen, sich ausmalen, und kennt noch tausend andere euphemistische Begriffe. Zweitens ist oft nicht das, was klappt, und wenn es klappt, wird das Zweitens zum Erstens und alles fängt von vorn an, weil Menschen nicht dazu konzipiert sind, zu sehen, was eigentlich mal war und was seitdem passiert ist, denn was hinter einem liegt, kann zu nichts gut sein. Wo kämen wir denn da hin, wenn es kein Erstens mehr gäbe – keine Motivation, keinen Antrieb, keinen Grund, sich aus dem faulen, dösigen Dasein loszuarbeiten, in das wir hineingeboren werden.

Erstens ist das alles wahr. Zweitens ist es trotzdem scheiße.

Was bisher geschah:
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KW03 | dunkelblaufastschwarz

SWSSWJNT – Das Projekt

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