[Rezension] Peter Hellinger – Feuergott

Feuergott – Kurzgeschichten
art&words 2011
156  Seiten, Softcover
ISBN 978-3-9813059-2-0
EUR 14,95
erschienen am 20. November 2011

Diese Rezension entstand im Rahmen des Projekts „Blogg dein Buch“.
Genaueres dazu und zu den Bedingungen findet ihr hier.
Vielen Dank für die Bereitstellung des Buches durch den Verlag!

„Bakun!“ schrien die Menschen im Rhythmus der Trommel, „Bakun!“ schrie auch Thoralf, der inmitten des leuchtenden Dampfes stand und mit dem Zeremonienmesser die Luft zerteilte. Er glaubte eine Bewegung jenseits der Schwaden zu erkennen, eine große Gestalt, ganz in Silber. Schwankend stolperte das Wesen aus dem Dampf direkt auf ihn zu. Bakun, der Feuergott, war in die Welt zurückgekehrt.

(Etwas zum Inhalt zu schreiben ist schwer, da es sich um einen Sammelband handelt, deswegen habe ich hier auf den Ausschnitt der ersten Kurzgeschichte zurückgegriffen, die auch andernorts als Inhaltsangabe benutzt wird. Eine Leseprobe gibt es ebenfalls.)

Insgesamt 35 Kurzgeschichten sind in diesem kleinen Band zusammengefasst, deren Länge zwischen zwei und sechs Seiten angesiedelt ist. Davon sind 19 aus der Sicht eines Ich-Erzählers verfasst. Bei zehn Texten nicht klar ersichtlich, ob die Hauptfigur männlich oder weiblich ist. Im Gesamten allerdings sind nur sechs Geschichten eindeutig aus der Sicht von Frauen erzählt. Das mag der Tatsache geschuldet sein, dass ein Autor_innen häufig aus der geschlechtlichen Perspektive schreiben, die ihnen am nächsten liegt. Aufgefallen ist es mir dennoch.

Die Genres sind breit gefächert: von Fantastischem, Zeitgenössischem über Anekdoten bis zu krimiähnlichen Szenarien ist alles mögliche dabei. Den teilweise recht abrupten Wechsel zwischen den Geschichten gleicht der, durch atmosphärische und prägnante Beschreibungen von Gefühlen und Situationen geprägt Stil von Peter Hellinger gut aus, sodass sich das Lesen recht flüssig gestaltet.

Das hat sowohl Vor- als auch Nachteile: es bleibt mehr Platz im Rahmen der Geschichte, um etwas zu erzählen. Liest man jedoch mehrere Kapitel hintereinander weg, wird es etwas langweilig. Der hohe Wiederkennungswert von Hellingers Erzählweise wird so schnell zur Falle der Vorhersehbarkeit. Die Charaktere haben oft keine Gelegenheit, wirkliche Tiefe zu entwickeln, und konnten mich nicht immer einnehmen. Natürlich ist das nicht bei allen Geschichten gleichermaßen nötig; manche kommen ohne viele Worte besser aus, und lassen Lücken, die die eigene Fantasie hervorragend füllen kann. Trotzdem erwischte ich mich vor allem gegen Ende des Buches dabei, die Geschichten nur mehr zu überfliegen statt sie intensiv zu lesen.

Insgesamt 35 Texte, denen man die Vielfalt des Inputs und die Kreativität des Autors anmerkt.  Und genau das ist mein größter Kritikpunkt – ich hätte mir eine kleine Anzahl Geschichten gewünscht, denen etwas mehr Zeit gewidmet wurde. Viele von ihnen bieten noch unausgeschöpfte Möglichkeiten und können weitererzählt werden. Andere wiederum empfand ich als so schriftstellerisch unreif und holperig, dass sie den Gesamteindruck verschlechtern. Vielleicht hätte es dem Buch gut getan, die Geschichten thematisch zu bündeln und damit das Lesen nicht nur übersichtlicher, sondern auch stimmungsvoller zu machen. Das ist für mich ein Qualitätsmerkmal von Kurzgeschichtensammlungen – die Einzelgeschichten können für sich alleine stehen, und doch bleibt der Tenor des Gesamtwerkes dabei stimmig.

„Feuergott“ und seine Kurzgeschichten lässt sich keinem Genre hundertprozentig zuordnen. Wer nicht gerne lange am Stück liest, nur quer in ein Buch reinblättern möchte, etwas zum Vorlesen für alle Altersstufen oder ein Geschenk fürs 12jährige Patenkind sucht, ist hiermit bestimmt gut bedient.

Von mir gibt es 3 von 5 Sternen.

Feuergott – Kurzgeschichten“ bestellen.
Homepage des Verlags art&words.

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Schlampen müssen sich nicht schämen.

Triggerwarnung #rape #slut shaming #victim blaming

Via der Mädchenmannschaft las ich hier diesen Artikel und klickte mich aus Interesse weiter zu diesem hier – um in den Genuss eine 13jährigen Mädchens zu kommen, das in einfachen, klaren und klugen Worten erklärt, was eigentlich Slut Shaming ist und warum es nicht die Schlampen sind, die sich schämen sollten.

(Wenn ich mehr Zeit habe, tippe ich mit Freude eine Übersetzung für die nicht so Englisch-affinen Leser, sofern es welche gibt und Bedarf besteht.)

Spannend auch die Kommentare – ich habe nicht alle gelesen, aber dieser hier von „Marleen W.“ trifft ebenfalls einen der vielen Nägel auf den Kopf:

Hope she is able to influence her peers. The mixed messages women and girls get: You’re worthless unless you’re sexually attractive to men, and, at the same time, you deserve to be violently assaulted if you make yourself sexually attractive to men. It’s a lose-lose situation, and women and men need to stop tolerating it, and start confronting it. 

[Ich] hoffe, sie beeinflusst damit ihr Umfeld. Die widersprüchlichen Aussagen, denen Mädchen und Frauen ausgesetzt sind: du bist wertlos, es sei denn, du bist für Männer sexuell attraktiv, und, zur gleichen Zeit verdienst du es, vergewaltigt [belästigt] zu werden, wenn du dich für Männer sexuell attraktiv darstellst. Es ist eine Lose-lose-Situation und sowohl Männer als auch Frauen müssen aufhören es zu tolerieren und damit beginnen, dagegen vorzugehen.

 

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Futtercontent: Karamellbutter

Just gestern abend im Feedreader gefunden – Anke hat ein Rezept für Karamellbutter gebloggt und ich war so angefixt, dass ich mich sofort in die Küche gestellt habe, um es nachzukochen.

Nochmal zum Mitschreiben – für ein Gläschen Karamellbutter (ich habe ein altes Konservenglas genommen, 200 g Füllmenge) braucht man:

- 200 g normalen Zucker
- 4 Esslöffel Wasser
- 100 g ungesalzene Butter
- ein bis zwei ordentliche Prisen Fleur de Sel (oder anderes Meersalz)
- zwei Esslöffel Mascarpone (oder Ähnliches)

Den Zucker in einen Kochtopf geben und mit dem Wasser bedecken – der Zucker sollte das Wasser komplett aufgenommen haben. Mittlere Hitze reicht völlig aus (bei meinem Winzkochfeld Stufe 3 von 6), um das Gemisch langsam vor sich karamellisieren zu lassen.

Jamie hat es bereits erwähnt, Anke ebenfalls – auf keinen Fall rühren. Wirklich nicht. Ich bin ja gemeinhin erstmal beratungsresistentneugierig und habe natürlich versucht, zu rühren, aber die zähe Masse bleibt sehr unzeremoniell am Löffel kleben. Deswegen: diesmal kann man sich ruhig sklavisch an die Anweisungen halten.

Bei mir lief es erst nicht ganz nach Plan; das Wasser verkochte und der Zucker blieb steinhart am Topfboden zurück. Anmerkung: ich habe vorher noch nie Zucker karamellisiert und habe keine Ahnung, wie das aussehen soll. Und weil ich keine Lust hatte, angebrannten Zucker auszukratzen, schüttete ich vorsichtig schlückchenweise Wasser nach – tada, es brodelte fröhlich auf und wurde schlagartig so goldgelb und appetitlich anzusehen, wie es das Rezept vorgibt. Sehr faszinierend.

Sobald man dann also auf welchem Weg auch immer zu einer hübschen karamellfarbigen (see what I did there?) Pampe gekommen ist, den Topf vom Herd nehmen, Butter und Salz einrühren, und wenn die Butter sich nicht ganz glatt rühren lässt, den Topf ruhig nochmal kurz zurück auf die Platte schieben.
Zum Schluss noch zwei Esslöffeln Mascarpone-Creme unterrühren und das fertige (richtig fies lecker schmeckende und duftende) Gemisch in ausgekochte Gläser abfüllen.

Karamellbutter mit Fleur de Sel |© Anke Gröner via Flickr

Anke und die anderen Kochdamen verfügen natürlich über richtig gutes Meersalz, wie originales Fleur de Sel oder Ähnliches. Ich habe nur eine kleine Billigmühle mit Meersalz aus einem bekannten Discounter mit Namensverwandschaft zu Zahlungsmitteln. Außerdem hatte ich keine Mascarpone da, sondern nur saure Sahne, die mit 10% Fettgehalt gegenüber den ca. 70% der Mascarpone natürlich kapitulieren muss.  Aber auch mit den improvisierten Zutaten schmeckt das Ergebnis ganz hervorragend. Nach einer Nacht im Kühlschrank hat meine Karamellbutter etwa die Konsistenz von Honig. Pur schmeckt sie wie ich mir geschmolzene Werthers vorstelle; das Salz ist nicht direkt zu erkennen, macht aber irgendwas Leckeres darin , das ich nicht beschreiben kann. Vielleicht das nächste Mal mit einer anderen Creme-Komponente und/oder einem Spitzer Zitrone.

Im Kühlschrank hält sich das Kunstwerk vermutlich ein bis zwei Wochen.

Mhhh. Karamellbutter.
Wahrscheinlich werde ich nie wieder kleine Konservengläser wegwerfen und an alle Menschen in meinem Umfeld Karamellbutter verschenken.

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[in eigener Sache]

Lieber namentlich ungenannter Blogbesucher - 

glauben Sie, ich sehe nicht, dass Sie meinen Blog besuchen?

Es gibt eine sogenannte Referrer-Statistik, die mir anzeigt, woher meine Blogbesucher kommen; immer mal wieder, in unregelmäßigen Abständen, taucht Ihr Mailserver seit einigen Monaten darin auf. Angesichts der Tatsache, dass a) niemand meiner anderen Besucher, und das sind einige, von dieser Seite auf meinen Blog aufrufen würden, und b) diese Adresse erst in den Statistiken auftaucht, seit Sie versehentlich eine Mail von meinem Privataccount bekamen, der mein Internetpseudoym beinhaltet, bleibt mir nur als Erklärung, dass Sie meinen Blog lesen. 

Das ist nicht der Punkt. Ich blogge öffentlich. Menschen sollen und dürfen hier lesen und kommentieren. Ich habe jedoch nicht die geringste Ahnung, was Sie dazu bewegt, diese Seite zu besuchen; Interesse an meiner Person oder Bewunderung meiner schreiberischen Fähigkeiten wird sicher nicht der Grund sein.

In klaren, freundlichen Worten: Halten Sie sich aus meinem Leben heraus.
Ich verlange , dass Sie meine Privatsphäre respektieren, und meinen Blog nicht mehr besuchen. Es geht Sie schlichtweg nicht das Geringste an, was hier veröffentlicht wird, auch wenn Sie offenbar anderer Meinung sind.

Es gibt andere Möglichkeiten, Sie effektiv von meinem Blog fernzuhalten, falls Sie dieser Aufforderung nicht nachkommen.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen,

eine ehemalige Mitarbeiterin.

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Projekt52: KW03 | dunkelblaufastschwarz

Das wäre der Begriff für Woche 3 gewesen, „dunkelblaufastschwarz“.

Ideen dazu hatte ich, aber alle Versuche, etwas aufzuschreiben, endeten in Texten, die entweder zu düster, zu persönlich, oder beides zusammen waren, weswegen ich es aufgegeben habe. Wahrscheinlich sind meine Gedanken im Moment zu sehr dunkelblaufastschwarz, um wirklich produktiv zu sein.

KW03 also für mich ohne Ergebnis.

Was bisher geschah:
KW 01 | Käsekuchen
KW 02 | abseits

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Von lebenserhaltenden Maschinen im Hause Hobbit.

Wenn ich mich für ein Teil entscheiden müsste, dass ich an Technik behalten darf in meinem Leben, irgendetwas, ohne das ich wirklich nicht leben kann – ich würde immer mein Notebook nehmen. Auch wenn ich nach so vielen Jahren immer noch nicht raushabe, ob es Notebook oder Laptop heißt, oder man beides benutzen kann – Notebook sieht ja schon allein vom Wort her schöner aus -, unerlässlich ist das gute Stück für mich in jedem Fall. Meine persönliche, lebenerhaltene Maschine im wahrsten Sinne des Wortes.

Dabei bin ich gemessen an der Zahl meiner Lebensjahre eigentlich den kürzesten Teil der Zeit Notebookmädchen.

Das erste mobile Wunderwerk, das ich mein eigen nennen durfte, war ein Evo Compaq 610c. Wie und woher er in meinen Besitz gelangte, weiß ich schon nicht mehr, und wahrscheinlich war es mir auch egal – „Evo“ und ich, wir waren ein unzertrennliches Traumpaar. Er begleitete mit bei meinem ersten Versuch, eine eigene Wohnung zu unterhalten – gegen Ende 2008 – und an ihm verbrachte ich zahllose Stunden mit meinem bis dato ersten eigenen Internetzugang.

Leider war ich zu Beginn 2009 nicht nur gezwungen, wieder zu Hause einzuziehen und damit meine Freiheit selbstbestimmten Netzkonsums aufzugeben – ich schaffte es auch, bei dem Versuch, „Evo“ mit einem Passwort auszustatten, das beim Booten eingegeben werden musste, effektiv das BIOS zu sperren und meinen technischen Liebling damit auf ewig unbrauchbar zu machen. (Bitte Herzbruchgeräusch hier einfügen.)

Aber Rettung nahte: Im Juni 2009, lernte ich „Toshi“ kennen. Dieser war bereits 2007 nach Jahren treuer Verwendung durch Hendryk eingemottet worden, weil er trotz aller Versuche schüchtern blieb und kein Bild mehr anzeigen wollte. Eine fluchse Untersuchung technikversierter Menschen in der Werkstatt meiner Mutter ergab: das Display ist hinüber, aber der Laptop noch zu retten. Was dann auch getan wurde. Der Toshiba Satellite L20, liebevoll „Toshi“ oder „Hobbitbook“ gerufen, erlebte mit neuem Bildschirm eine Wiedergeburt und ging in meine glücklichen, treusorgenden Hände über.

Bis heute leistet er mir treue Dienste. Obwohl er mindestens schon 8 Jahre auf dem Buckel hat, läuft er immer noch einwandfrei und erträgt demütig alles, was ich an ihm und auf seinen 2x 20 GB Festplatten fabriziere, wobei sein 1,5 GHz-Prozessor und seine 896 MB Arbeitsspeicher gerne schon mal ordentlich ins Schwitzen kommen. Auch die vielen Jahre Windows XP SP2 hat er mir nicht übel genommen, und das einzige, was mich daran erinnert, dass er ordentlich alter Herr ist, ist sein asthmatisches Schnaufen dank alterschwachem Lüfter, und seine daraus resultierende Durchschnitts-Betriebstemperatur von 70 bis 80° C.

Es ist also an der Zeit, ihn in Rente zu schicken und einen jüngeren Kollegen die harte Arbeit machen zu lassen. Und weil es ja eine nette Tradition ist, wird auch meine nächste lebenserhaltende Maschine ein Erbstück von Hendryk sein.
2012 zieht das „Acerchen“ bei mir ein, ein Acer Aspire 7520, mit einem Tacken mehr Prozessorleistung, wesentlich mehr internem Speicher und seit beinahe Anbeginn mit der „Kraft der zwei Herzen“, aka Windows 7 und Ubuntu, ausgestattet.

Auch im Hause Pillenknick gibt es technischen Zuwachs – „Espresso“ ist frisch in der Familie angekommen und wurde angemessen mit einem Willkommens-Blogpost begrüßt, während das „Acerchen“ – mit dem dann dieses Jahr auch W-LAN Einzug in die Hobbithöhle erhalten soll – offiziell, von mir adoptiert wird.

In diesem Sinne: hoch die Kaffeetassen.

Toshi in Person | © Ninette Halbbluthobbit | by-cc-nc

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Futtercontent: Schoko-Pfannkuchen mit Zimt und Zucker

Orientiert an diesem Rezept.
Letztenendes wurde es dann doch etwas anders.

Zuersteinmal wollte ich nur die Hälfte der Teigmenge haben (kleiner Hobbit, große Pfannkuchen, ihr kennt das bestimmt.. irgendwie). Also das Rezept halbiert. Im Ergebnis waren die Mengen etwas krumm. Nach ein bisschen hin und her hatte ich dann folgenden Mix:

- 300 gr Mehl
- 250  ml Milch
- 50 gr Zucker
- 50 gr Kakaopulver

Anderthalb Kellen Teig ergaben einen Pfannkuchen. Zum Anbacken habe ich Öl benutzt, aber vielleicht eignet sich Margarine doch noch besser. (Geistige Notiz an mich selber: ausprobieren.)

Im Wenden von Pfannkuchen bin ich eher minderbegabt; wenn sie dann von unten schön durch sind, und ich mit Pfannenheber und Löffel das Experiment 360°-Wende starte, bleibt doch meist ein Drittel des Kunstwerks hängen und backt natürlich sofort fest. So ergaben sich dann aus der Menge zwei sehr leckere, aber etwas verunstaltete, dicke Schokopfannkuchen, die ich großzügig mit Zimt und Zucker versehen habe.

Da ich keine Eier mehr, und nur Sojamilch da hatte, sind es aus Versehen vegane Pfannkuchen geworden. Ich gebe aber zu: viel schlechter als das Eier-Milch-Mehl-Sprudel-Rezept meiner Mutter, das ich bisher kannte, sind sie nicht. (Über Mutterns Küche kommt eben nichts hinaus. Der Maßstab aller meiner Kochkünste!)

Appetitliches Beispielbild | Pancakes by A. Goodway on Flickr | cc-by-sa

Der nächste Versuch dann non-vegan, und wahlweise mit Vanilleis und Schlagsahne. Oder den Teig ohne Zucker und Kakao, und dann mit irgendwas herzhaftem belegen. Omnom.

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Staubkorn in der Gegend.

Gebrauchsanweisung, um einen Tag mit wichtigem Termin bestmöglich von vornherein zu torpedieren.

Man stehe morgens wesentlich später auf als man geplant hatte – etwa eine Stunde vor Beginn des Termins ist völlig ausreichend -, um die passende Stimmung gemessen an der Situation heraufzubeschwören.
Man packe in aller Eile seine Unterlagen zusammen, um anschließend festzustellen, dass der Drucker seine Trotzphase hat und sich weigert, den Lebenslauf auszudrucken, sodass man ohne gehen muss.

Sofern schminkaffin, versuche man, sich einigermaßen nett herzurichten und male dabei einen Lidstrich wie einen Pornobalken, der sich aus zeitlichen Gründen nicht mehr angemessen retuschieren lässt.
Zum Abschluss von Phase Eins vergesse man, sich einen Kaffee zu machen und im Thermobecher mitzunehmen.

Der Anfang für einen wunderbar beschissenen Tag ist hiermit erfolgreich geschaffen.

Zugegeben: ich hatte schon schlechtere Tage.
Andererseits: aus dem Gebäude zu treten und so gefrustet zu sein, dass ich die 15 Minuten Fußweg nach Hause bereits heulend verbringe, ist auch eine Leistung.

Erstmal Florence + the machine hören, ein bisschen rumflennen, sich ein bisschen leidtun, und dann wütend und schnupfend eine To do-Liste schreiben, wie ich es diesen Spinnern vom Jobcenter schon beweisen würde.

Der Stand der Dinge:
Aktuell warte ich auf den Bescheid des Regierungsbezirks bzw. des Kollegs, dass ich dort hingehen darf, obwohl ich die Bedingungen nicht vollends erfülle. Der Antrag von Dezember ist noch in Bearbeitung, auf unbestimmte Zeit. Für mich heißt das, seitdem im Dezember mein Praktikum endete: warten.
Oder, wie es sich anfühlt – in den Seilen hängen.
„Ob“ und „wann“ sind völlig unklar, so dass ich keine Entscheidung treffen kann, die irgendwie weiterreichend ist. Jetzt allerdings bin ich schon alleine zur Sicherung meiner Amtsbezüge gezwungen, mich, auf gut Deutsch, auf allen möglichen Scheiß zu bewerben. In logischer Konsequenz bin ich verpflichtet, mir schnellstmöglich eine Arbeit zu suchen, um kein weiteres ALG II zu benötigen. Das ist auch nicht der Punkt.

Es ist mehr – und das ist es was mich heute so unsagbar frustriert hat -, dass ich mich auf alles bewerben muss, was mir das Amt zuschickt (also Vollzeit- oder Teilzeitstellen in Verkauf, Produktion oder dergleichen), und mich parallel bewerben soll – auch auf Ausbildungsstellen.
Ich habe es schon mal gesagt, und auch heute erwähnt: mein Abschluss reicht aus verschiedenen Gründen nicht aus, den Beruf zu lernen, den ich machen will. Ich habe einen Beruf, eine Richtung, eine Branche, in der ich arbeiten will und in der ich gut arbeiten könnte. Dafür habe ich überhaupt den erneuten Schulbesuch angeleiert.

Relevant für die Dame vom Jobcenter heute war aber nur, dass ich möglichst schnell in einem Ausbilungsverhältnis unterkomme. Und, wenn ich in meinem Wunschbereich nichts finde, mir „Alternativen erarbeiten“ soll, für die mein Abschluss ausreichen würde.  Dazu soll ich mir einen weiteren Termin bei der Berufsberatung holen.

Mir leuchten zwei Dinge nicht ein.
Erstens: ich habe doch bereits einen Plan. Ich würde gerne wieder zur Schule gehen und meinen Abschluss aufbessern.
Zweitens: soviel Jugendliche sitzen in der Berufsberatung und wissen nicht einmal ansatzweise, was sie wollen. Meine Sachbearbeiterin im vorherigen Wohnort sagte wörtlich zur mir „So welche wie Sie bräuchten wir hier öfter“.
Da habe ich einen Plan, habe mir mehrere Ausbildungsberufe herausgesucht, die für mich in Frage kämen und gehe grade sehr konkrete Wege, an dieses Ziel zu kommen – und dann wird mir nahegelegt, lieber mit meinem (übrigens schlechten und nicht repräsentativen) Schulabschluss irgendwas anderes zu machen, worauf ich vielleicht auch ein bisschen Bock hätte, damit ich endlich in eine Ausbildung finde?

Natürlich wäre eine Ausbildung bombastisch. Ein erlernter Beruf, und ein Freifahrtschein zum zweiten Bildungsweg. Und: Gehalt. Nicht zu verachten. Geld bzw. der Mangel desse ist noch mal ein ganz anderes Kopfschmerzthema.
Natürlich will ich eine Ausbildungsstelle. Ich bekomme nur keine. Wahrscheinlich würde ich nicht mal in einem „Alternativbereich“ problemlos eine Stelle bekommen, weil mein Zeugnis einfach unglaublich nachteilig für mich ist.

Weiterhin: die Dame hat schon recht, wenn sie sagt, dass je länger es dauert, es immer schwerer für mich wird, die Lücken in meinem Lebenslauf zu erklären. Generell ist das ein Punkt, der mich an schlechten Tagen – wie heute – enorm runterzieht. Mein Lebenslauf hat schon Lücken, Krankheitsphasen, die ich erklären muss – wenn ich überhaupt die Gelegenheit bekomme.
Menschen wie ich, deren Lebenslauf nicht glatt und schön ist, die nicht das Muster Abschluss, FSJ, Studium, Ausbildung, wasauchimmer und alles direkt hintereinander aufweisen, finden nicht so leicht einen Platz, wo Personaler vielleicht auch mal zwischen den Zeilen lesen. Man fühlt sich bisweilen wie ein Mensch zweiter Klasse, in ständiger Erklärungsnot und mit dem Stigma der Unfähigkeit, und damit Unbrauchbarkeit, gebrandmarkt. Menschen wie ich sind immer in Zeitnot, immer bemüht, die Mängel irgendwie aufzupolieren, weil die Ansprüche an Bewerber so hoch geworden sind.

(Ups, ich schweife ab.)

Aber Aufgeben wäre einfach. Das kann jeder.
Es sieht nicht immer so aus, aber es wird alles gut werden.
Zumindest sage ich mir das immer und immer wieder.

Also schreibe ich Bewerbungen zu allem, was sie mir schicken und darüber hinaus. Ich versuche, trotz allem, eine Ausbildungsstelle zu bekommen, und hoffe, dass in absehbarer Zeit der Bescheid einflattert, dass mir das deutsche Bildungssystem noch eine Chance gibt. Normalerweise beginnt das Semester im Februar. Wenn ich Pech habe, kommt der Bescheid später, und ich fange erst im August an (freiwillig, weil mir wenig daran liegt, verspätet im Semester anzufangen. Dann lieber ein Semester warten und so beginnen wie alle anderen Neulinge auch.) Bis dahin werde ich mir irgendwas Jobmäßiges suchen müssen, ein weiteres Praktikum kommt nicht in Frage.

Falls es mit der Schule nicht klappt, bleibt auch nur die Hoffnung, stattdessen eine Ausbildung beginnen zu können. Und im allerschlimmsten Fall muss es dann ein Beruf sein, denn ich vielleicht nicht mit glühendem Enthusiamus mache. Hauptsache arbeiten, das ist doch das Credo in diesem Land, oder? Egal, ob es dich zufrieden macht, Hauptsache, du leistest deinen Teil zur Gesellschaft bei.

Aller vier Wochen muss ich antanzen und meine Bewerbungsbemühungen vorlegen. (Per se keine schlechte Sache, ich kann mit Deadlines gut arbeiten).

Heute morgen war ich einfach nur unzufrieden, gefrustet, fertig mit der Welt und nicht Willens, auch nur irgendwas zu tun. Inzwischen leuchtet mir zumindest ein, dass man sich um mehrere Dinge zugleich kümmern muss. Dass immer irgendein Plan B da sein muss, falls der Wunschplan A scheitert. Und ich sehe auch, dass mir meine Sachbearbeiterin weitestgehend geholfen hat, dass sie Recht hat, mit dem was sie sagt.

Das Ziel ist: einfach endlich mal irgendwo einen Platz haben, ob Schule oder Arbeit, etwas auf lange Sicht, für mehrere Jahre, und nicht mehr wie Staubkorn durch die Luft zu wirbeln, das wäre die größte Erleichterung.

Aber aufgeben kann jeder.
Ich werd’s nicht.

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Eingeordnet unter Dingens in Selbstfindung, IchIchIch

I swallow the sound and it swallows me whole.

Eine kurze Werbeunterbrechung für eine grandiose Unplugged-Version.

Unplugged bombt Florence Welch stimmlich ja alles weg; ich vermute eher noch, dass die Albumtracks diesbezüglich angeglichen werden müssen, weil ihre Stimme sonst die zerbrechlichen Klangcollagen überdecken würde, sodass dieses Sphärische, Verträumte, Lyrische entstehen kann, das die Musik von Florence + the machine ausmacht. Außerdem ist es ja wohl unglaublich süß, wie leise und sanft ihre Sprechstimme klingt, und dieser Akzent und wie sie in der Musik aufgeht, völlig ungeachtet dessen, was um sie herum vorgeht, und alles aus ihrer Stimme holt, was geht. Man merkt ihr die Hingabe zur Musik an jeder Faser an.

Ein Unplugged-Album wäre großartig; bis dahin bitte einfach, wenn es draußen etwas diesig und regnerisch ist, warm einpacken, das hier auf die Ohren und irgendwo durch die Gegend laufen, vorzugsweise dort, wo wenig Menschen und viele Bäume sind.

Ach, Florence. ♥

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Projekt52: KW02 | abseits

Abseits. An der Seite stehen.

Ab an der Seite, das impliziert, dass es ein größeres, wichtiges Zentrum gibt, in dem man sich befinden sollte. Und wenn ich mich in diesem Zentrum nicht befinden will? Oder mir aussuchen können möchte, wann ich das tue?  Wer stets in der Mitte steht, von Leuten umringt,  kann nicht immer wissen, was in seinem Rücken geschieht. Mein Rücken hingegen lehnt fest und sicher an einer Wand.  Ich mag abseits. Im Leben rechts ran fahren, die Wahl haben, beobachten, und auch: sich distanzieren.

Es müssten mal mehr Menschen abseits stehen, um den anderen um sich herum ins Gesicht sehen zu können.

Es gibt jetzt auch ein wunderbares Projektblog, in dem ihr unsere gesammelten Werke bewundern könnt.

Was bisher geschah:
KW01 | Käsekuchen

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