KW19 | Theodor

“Wie schreibe ich Ihren Namen korrekt, bitte?”
“Theodor, Heinrich, Emil, Otto, Dora, Otto, Richard.”

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KW01 | Käsekuchen
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KW18 | Schluckauf

KW 18 | Schluckauf

Und schlecht ist ihr auch.
Zu schnell gegessen, zu schnell den Rotwein hinterhergekippt, damit die Ecken der Welt ein bisschen weicher werden. Wie ein Ballon, und zwischendurch schwappt die Luft über und ihr entfleuchen hohe Töne. Schluckauf. Wie weinen, nur anders.

Jedes mal das gleiche: erst stundenlang vergessen, etwas zu essen – die Welt ist so spannend, wer denkt denn da ans Essen? Kaffee ja, der ist wichtig, aber Essen? -, bis ihr Körper rebelliert und gewaltsam darauf aufmerksam macht, dass die Welt nur mit ausreichend Kohlenhydraten spannend bleiben kann. Sie steht auf, wühlt durch ihre Vorräte – was geht schnell, was schmeckt gut, aber Fertigessen ist nur selten eine Option. Dann stellt sie sich hin. Gemüse schneiden, Wasser zum Kochen bringen. Essen, gutes Essen ist Selbstliebe. Noch zwei, drei Kaffee währenddessen, damit der Kreislauf oben bleibt.

Das Kunstwerk vom Herd wird dann in atemberaubender Geschwindigkeit verdrückt. Keine Zeit für Geschmäcker oder die liebevoll untergemischten Gewürze. Mehr eine kurze Wahrnehmen zwischen “gut” oder “nicht gut”. Es ist keine Zeit, zu genießen, wenn ein Defizit besteht. Dann suchtet sie nur.

Teller leer, sie stellt ihn achtlos neben sich. Manchmal bleibt er dort einfach bis zum nächsten Tag stehen, weil sie so bewegungslos ist.
Dann kommt der Rotwein. Dann der Schluckauf.

Sie hängt in den Kissen und starrt auf den Bildschirm gegenüber, der ihr Informationen gibt, von denen sie glaubt, dass sie notwendig sind, und von denen sie manchmal nicht sagen kann, ob sie es sind. In allen Dingen stopft sie nach langen Wartezeiten Dinge in sich rein und damit die Lücken. Gefolgt von Schluckauf, Müdigkeit, herumliegen und warten. Essen, Liebe, Wissen, Musik.

“Ungesundes Essenverhalten” nannten Menschen das, die verbrieft und auf Papier Ahnung von so etwas haben.
“Ungesundes Lebensverhalten” nennt sie das, ohne Ahnung, aber die Übelkeit und der Rotweinschimmer sprechen für sich.

“Fünf kleine Portionen am Tag” , sagen die Menschen, die Ahnung haben.
Sie fragt sich, ob sie wissen, dass das Leben sich nicht in Portionen aufteilen lässt.

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And my heart is a hollow plain for the devil to dance again.

Musik von Florence bringt die Seele zum Tanzen.

Jedes Lied ist ein einzigartiges Kunstwerk, in meinem Kopf und in meinem Herzen ein Kaleidoskop mit Farben und Formen, für die es noch gar keine Namen gibt. Musik von Florence ist wie ein Haus, bei dem man alle Zimmer zu kennen glaubt und doch stets etwas neues entdeckt. Jedes Gefühl, dass irgendjemand irgendwann mal empfunden hat, findet dort Platz. Sie schafft in meinem Kopf Bilder und Geschichten epischen Ausmaßes, wie ich sie mir nie ausdenken könnte. Und egal, wie oft ich ein Lied höre, die Bilder verblassen nie. Beim Versuch, zu beschreiben, wie diese Bilder, Geschichte und Paläste aussehen, stoße ich auf höchst frustrierende Art an die Grenzen meiner Sprache.

Musik erhebt einen Menschen über die Eintönigkeit täglichen Daseins.

Twittersternchen im April

Geschützt: Bring mich nach Hause.

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KW14 | Jahrgang

Ein Jahr kommt, das andere geht.

Da sitze ich hier, seit einem Jahr in diesen vier Wänden, fast auf den Tag genau.
Ich wusste nie so wirklich, was im kommenden Monat sein würde.
Bis jetzt noch nicht. Jedes neue Datum ein neues Abenteuer.
364 Tage durchzogen von mehr oder weniger temporären Konstanten.

Das Jahr ist weggegangen, zerflossen, davongeschwommen.
Dabei hat es verschiedene Dinge, Menschen, Gefühle, Momente rangespült, wie Treibgut am Strand, in zähen Algen verfangen und mit salzigem Nachgeschmack. Und es hat andere mitgenommen, bei Ebbe und Flut. Manchmal bin ich geschwommen, manchmal hab ich mich treiben lassen.
Zwischendurch kein Land in Sicht, gelegentlich wie ein Wal auf dem Trockenen.

Eigentlich kann ich nicht wirklich gut schwimmen. Hab es erst spät gelernt.
Aber am Meer war ich immer gerne.

(Das Projektblog der Herner Autoren findet ihr hier.)

Vorrübergehende Stille.

Bis mir das Bloggen wieder so selbstverständlich von der Hand geht wie sonst auch.

Twitterlieblinge im März

Sonderkategorie des Monats – Frauentagfavs!

Woanders:
Stadtneurotiker
PatschBella

Geschützt: Härter oder weicher oder beides.

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KW12 | Klarname

Solange Menschen am Telefon noch buchstabieren müssen, kann von “Klarname” keine Rede sein.

Und überhaupt, wann ist ein Name klar?
Kann ein Name überhaupt unklar sein?
Ich bin mir ja nicht mal im Klaren darüber, wer ich bin, da kann doch keiner von mir verlangen, dass mein Name klar ist. Außerdem habe ich mir den nicht ausgesucht. Meinen Klarnamen haben mir andere Menschen sehr unkonsensuell aufgedrückt, was für mich eigentlich gar nicht klar geht, weswegen ich mir einen anderen Namen ausgesucht habe, zumindest im Internet. Der ist vielleicht nicht klar und sagt nicht aus, was meine Eltern  damals getrunken haben (was Klares, vermute ich), aber immerhin ist es meiner und das an sich ist schon eine klare Ansage.

Klar soweit?

Was bisher geschah, findet ihr auf dem Projektblog

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